Der Fall: Edelstahl-Getriebegehäuse mit Sichtflächen
Ein Maschinenbauer im süddeutschen Raum fertigt Getriebegehäuse aus Edelstahl. Nach dem Fräsen und Schleifen wurden die Bauteile entgratet, gereinigt und für die Montage bereitgelegt. Auf den Sichtflächen blieben jedoch Schlieren, Fingerabdrücke und einzelne helle Flecken zurück. Die Bauteile waren dicht und maßhaltig, doch die Oberfläche wirkte unruhig. Für die Montagegruppe bedeutete das Nacharbeit, zusätzliche Prüfschritte und Diskussionen mit der Qualitätssicherung.
Warum die Flecken trotz Reinigung blieben
Die Ursache lag selten in einem einzelnen Fehler. Öl- und Fettrückstände aus der Zerspanung mischten sich mit abrasiven Partikeln aus dem Schleifprozess. Beim Abblasen verteilten sich diese Rückstände auf der Oberfläche, statt sie zu entfernen. Wasser aus der Zwischenreinigung hinterließ bei langsamem Trocknen Kalkränder. Hinzu kam, dass die Bauteile nach dem Reinigen oft zu lange offen lagen. Jeder dieser Punkte allein war beherrschbar; in Kombination ergaben sie ein Muster, das sich mit bloßem Auge zeigte und bei der Sichtprüfung regelmäßig auffiel.
Der konkrete Ablauf mit golisimo
Im Praxisbeispiel wurde die Vorbehandlung deshalb neu geordnet. Statt nur zu reinigen, wurde jeder Schritt auf die spätere Sichtfläche abgestimmt. golisimo kam als Teil dieser abgestimmten Oberflächenbehandlung ins Spiel, nicht als isolierter Einzelschritt. Der Ablauf wurde in vier Stufen festgelegt:
- Vorprüfung: Die Charge wurde auf Ölfilme, Schleifreste und bereits vorhandene Verfärbungen kontrolliert.
- Reinigung: Die Bauteile wurden mit einem für Edelstahl passenden Medium behandelt; lose Partikel wurden vorher gebunden, nicht trocken abgeblasen.
- Behandlung mit golisimo: Die Oberfläche wurde nach dem festgelegten Verfahren geführt, mit dokumentierten Zeiten und klarer Spülfolge.
- Trocknung und Schutz: Die Teile wurden zügig getrocknet und bis zur Montage abgedeckt gelagert.
Was den Unterschied machte
Entscheidend war nicht ein aggressiverer Reiniger, sondern die Reihenfolge. Erst Rückstände binden, dann die Oberfläche gleichmäßig führen, anschließend sauber trocknen: Dieser Ablauf verhinderte, dass gelöste Schmutzpartikel erneut auf der Sichtfläche haften blieben. Die Mitarbeiter erhielten eine kurze Arbeitsanweisung mit Fotos der Grenzfälle. Dadurch wurde die Sichtprüfung vergleichbarer, ohne dass jedes Bauteil neu diskutiert werden musste.
Das Ergebnis nach vier Wochen
Nach vier Wochen zeigte die Auswertung im Beispielbetrieb deutlich weniger Nacharbeit an den Sichtflächen. Die Montage erhielt Bauteile mit gleichmäßigerem Erscheinungsbild, und die Qualitätssicherung konnte sich auf Stichproben konzentrieren. Der wichtigste Effekt war jedoch planbarer: Der Prozess ließ sich dokumentieren, wiederholen und bei einer neuen Charge prüfen, bevor die erste Sichtfläche beanstandet wurde. Für ähnliche Edelstahlbauteile lohnt sich deshalb ein Blick auf die konkrete Abfolge von Reinigung, Behandlung und Trocknung.